Toleranztest für Hagen als Hommage an Emil Schumacher
Als Aktionskünstler empfand ich in der Auseinandersetzung mit BLAU und dem Werk Emil Schumachers
den Reiz aktiv zu werden, denn als der heutzutage in Hagen allseits gerühmte Herr Schumacher noch Emil hieß,
hatte er es dort weiß Gott nicht leicht.
So kam es zu dem Toleranztest in Hagen, als Hommage an Emil Schumacher.
Emil Schumacher ging mit seinen informellen Kompositionen einen gewagten Schritt. Seine Auffassungen und Ideen,
konträr zu den damals herrschenden Meinungen, erforderten ein hohes Maß an Toleranz in der damaligen Nachkriegsgesellschaft.
Ich testete durch meine Aktion, wie tolerant die Menschen im Geburtsort des einstigen Freidenkers heutzutage sind,
wenn entgegen herrschender Verhältnisse Toleranz notwendig ist, um Individualität, Anderssein und Persönlichkeit
gewähren zu lassen. Auch bei meiner Aktion ging es um Offenheit in Fragen von Kunst und Kultur. Während des Festivals
war die vorherrschende Leitkultur BLAU.
Stellvertretend für die Chance zum Anderssein, zum Individualismus und die Möglichkeit, sich nicht einer Leitkultur unterwerfen
zu müssen, war in diesem Toleranztest die Komplementärfarbe zu Blau: Orange!
Zur Eröffnung der Veranstaltungsserie 'Blau in Hagen' und zur Grundsteinlegung des zukünftigen Emil Schumacher Museum stand
und bewegte ich mich schweigend zwischen den Menschen.
Komplett in Orange gekleidet trug ich ein orangefarbenes Schild so, wie man Schilder mit Parolen zur Meinungsäußerung trägt.
In Anlehnung an Emil Schumacher ist dieses Schild, im Sinne der informellen Kunst ohne jedes konstruktive Gerüst, ohne Text und
Zeichen, nur orange.
So erschien ich als Symbol des Andersseins in der heutigen Zeit. Ob dieses Anderssein mir von den Bürgern in Hagen gewährt wird,
ob die Menschen lachen oder schimpfen, ob sie amüsiert oder verärgert sind, ob sie mich akzeptieren, verstehen oder ablehnen,
macht dieser Toleranztest deutlich.
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